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PRESSESPIEGEL
 

Quelle: Bild.de 




 

30.05.2008 - BILD
"Harry holte noch mal den Wagen"
TV-Star Fritz Wepper besuchte seinen Kollegen Horst Tappert in Gräfelfing


Der große „Derrick“ Horst Tappert hatte zu seinem 85. Geburtstag so einen bescheidenen Wunsch ausgesprochen: „Vielleicht fährt Harry ja noch einmal den Wagen vor...“ Und „Harry“ Fritz Wepper (66) hat’s gehört. Er fuhr bei seinem alten „Chef“ in Gräfelfing mit einer Chaise vor, die die beiden damals wohl gerne als Dienst- wagen gehabt hätten – mit seinem nagelneuen Audi RS 6 Avant (580 PS, 280 km/h, 120 000 Euro).

Herzlich fallen sich die beiden in die Arme. Tappert steht ein bisschen wackelig. Seine Augen blicken ein bisschen müde. Aber er strahlt und schwärmt gleich von Weppers Auto: „Was, 580 PS? Ich hab meinen Jaguar ja abgegeben“, sagt er wehmütig. Seit einem Sturz im Bad tut sich Horst Tappert etwas schwer mit dem Laufen. Aber „Harry“ weiß, woran er erkennt, dass sich „Derrick“ trotzdem des Leben freut: „Ich sehe, es geht Dir sehr gut. Du rauchst wieder deine Pall Mall.“ Und Horst Tappert gesteht: „Ein ewiges Laster. Aber ich halte es mit Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt: Ich rauche, wann es mir Spaß macht.“

Bei Kaffee und Geburtstagstorte (Erdbeer-Joghurt) erzählen sich Horst Tappert und Fritz Wepper Anekdoten aus 25 Jahren „Derrick“: „Wir haben einander in dieser Zeit mehr gesehen, als unsere Frauen.“ Nach eineinhalb Stunden heiterem und ernstem Gesprächs fallen sich die beiden wieder in die Arme. Tappert sagt: „Ich bin dankbar, dass Du gekommen bist, Fritz. Ich hab mich wahnsinnig gefreut. Es gibt nicht mehr viel, über das man sich freuen kann.“

Autor Markus v. Appeldorn (München People)


 

21.05.2008 - DPA-Meldung
"Derrick - Horst Tappert wird 85"

München - Gedeckter Anzug, förmliches Einstecktuch und große Brille mit Kassencharme - ungewöhnliche Accessoires für einen Star. Horst Tappert jedoch wurde mit der Verkörperung des korrekten und wohlerzogenen Deutschen weltberühmt.

Als Kommissar "Derrick" startete der Schauspieler 1974 eine Weltkarriere. Nicht nur in seiner Heimat zog der Gentleman-Kommissar die Zuschauer 23 Jahre lang in seinen Bann. In mehr als 100 Ländern flimmerte die ZDF-Krimi-Serie aus München über die Bildschirme, so unter anderem in Italien, Holland, Frankreich, Australien und sogar Japan. Seine Fans himmelten ihn wie einen Popstar an. Sogar Papst Johannes Paul II. schaltete gerne ein, wenn Tappert als Stephan Derrick Mörder und andere Bösewichte dingfest machte. Doch die öffentlichen Auftritte des Fernseh- und Theaterschauspielers, der seit 1957 mit seiner Frau Ursula verheiratet ist, sind selten geworden. Seinen 85. Geburtstag am 26. Mai feiert er deshalb auch zurückgezogen.

"In Italien haben sie Horst die Füße geküsst. Dort haben sie den Papst, und gleich danach kommt Derrick", sagte Fritz Wepper, der in der Serie Tapperts Partner Harry Klein spielte, einmal in einem Interview. "Harry, hol schon mal den Wagen!" wurde zum geflügelten Wort, auch wenn dieser Satz in der Serie nie fiel. In Deutschland war man glücklich, dass der Schauspieler das nach dem Krieg stark beschädigte Image der Deutschen in aller Welt gewaltig aufpolierte. Und so durfte er sich 1988 das Bundesverdienstkreuz ans Revers heften, 1997 folgte der Verdienstorden der Bundesrepublik. "Er ist später dann der einzige Schauspieler gewesen, der Fanclubs im Ausland hatte", sagt der Münchner Derrick-Produzent Helmut Ringelmann, der Tappert von der Rolle überzeugt hatte. "Ein Fanclub im Ausland für einen Deutschen war damals etwas Erstaunliches."

Dass er einmal berühmt werden würde, war anfangs wenig wahrscheinlich. Geboren wurde Tappert 1923 in Wuppertal-Elberfeld als Sohn eines preußisch gesonnenen Postbeamten und einer Mutter, die ihm und seiner jüngeren Schwester nicht viel durchgehen ließ. Tappert entschied sich für eine kaufmännische Lehre - ein Leben mit trockenen Zahlenkolonnen und peinlichster Korrektheit, wie er es einmal formulierte. 1945, kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges, bewarb er sich als Buchhalter am Theater in Stendal. Doch Theaterdirektor Kurt Mühlhardt engagierte den jungen Mann als Schauspieler. Und er behielt recht, denn bald schloss das Publikum Tappert ins Herz. Von Stendal aus führte ihn sein Weg an Theater in Köthen, Göttingen, Kassel, Bonn und Wuppertal bis nach München und Zürich. Ab 1958 war er in Kino-Filmen wie "Die Trapp-Familie in Amerika", "Der Hund von Blackwood Castle" oder "Und Jimmy ging zum Regenbogen" zu sehen. Eine seiner Paraderollen war der englische Chef-Posträuber in dem TV-Dreiteiler "Die Gentlemen bitten zur Kasse".

Tappert liebte die komischen Rollen, konnte sie aber zu seinem Bedauern vor allem im Fernsehen nicht so ausleben. Wenn es Schauspieler-Gene gäbe, würde bei ihm nur ein ganz kleiner Teil für die Rolle des Münchner Kommissars reserviert, etwas mehr für Charakterrollen und der größte Teil für alles, was komisch ist, schrieb er in seiner 1998 veröffentlichten Autobiografie "Derrick und Ich. Meine zwei Leben".

Doch komisch oder nicht - das Publikum liebte Tappert. Als er 1998 als Kommissar aufhörte, war die Enttäuschung groß. 2004 kehrte Derrick zurück - in einem Zeichentrickfilm fürs Kino mit den Stimmen von Tappert und Wepper. Doch zu großen Auftritten hatte der langgediente TV-Kommissar keine Lust mehr. "Ich habe wahnsinnig viel gearbeitet und freue mich darauf, endlich einmal ausspannen zu können", erklärte er seinen Rückzug.

Auch das Alter machte ihm zunehmend zu schaffen: "Ich schimpfe mit mir selbst, wenn ich etwas nicht mehr so gut hinbekomme wie früher, beispielsweise das Schuhe-Anziehen", bekannte er 2003 in einem Interview zu seinem 80. Geburtstag. "Der Teufel will, dass ich so alt werde." (dpa)


 
 

19.05.2008 - BUNTE
"Derrick ist krimisatt"


Derrick-Darsteller Horst Tappert schaut sich im Ruhestand kaum mehr Krimis an. „25 Jahre Derrick haben mich krimisatt gemacht“, sagte der Schauspieler, der am 26. Mai 85 Jahre alt wird, im BUNTE-Interview.

Dass die Serie, die in 120 Ländern lief, auch als Werbeträger für Deutschland angesehen wird, liegt laut Tappert in der Hauptfigur begründet: „Derrick zeigte ja keine Abneigung gegenüber Tätern, sondern bemühte sich stets um ein menschliches Verstehen.“

Der Schauspieler lebt seit Jahren völlig zurückgezogen mit seiner dritten Ehefrau Ursula in München. „Mag sein, dass ich mich seltsam anstelle, aber ich schätze die Ruhe mit meiner Frau“, sagte er zu BUNTE. „Kontakt mit alten Kollegen pflege ich auch nicht mehr, die meisten sind ohnehin schon tot.“

Horst Tappert spielte von 1974 bis 1998 in insgesamt 281 Folgen den Oberinspektor Stephan Derrick und wurde damit fast auf der ganzen Welt bekannt. In 108 Ländern wurde die Krimiserie gezeigt. 1998 erhielt Tappert einen BAMBI für sein Lebenswerk. 2004 gab es sogar einen Derrick-Zeichentrickfilm, der zu Kult-Status avancierte.

Tappert wurde in Wuppertal geboren, nach der Kriegsgefangenschaft arbeitete er als Buchhalter und Aushilfsarbeiter. Seine Anfänge als Schauspieler hatte er beim Theater, er arbeitete in Göttingen, Kassel, Bonn, Wuppertal und München.


 
 

09.05.2008 - wunschliste.de
ZDF beendet "Siska" im Juli


Fans der Freitagskrimis sollten sich die neuen Folgen von "Siska", die ab Juni im Programm
des ZDF stehen, ganz genau anschauen - denn es werden die letzten sein. Wie das Zweite nun auf Anfrage bestätigte, wird die Krimireihe mit Wolfgang Maria Bauer in der Hauptrolle nicht länger produziert. Die letzten Episoden entstanden bereits 2007. Nach Ende der Ausstrahlung im Juli wird damit nach über 30 Jahren erstmals wieder nur eine von Helmut Ringelmann produzierte Krimiserie beim Mainzer Sender zu sehen sein: "Der Alte".

Bereits Ende Oktober 2006 hatte die "Bild am Sonntag" über die Absetzung von "Siska" aufgrund von Quotenproblemen berichtet, was damals allerdings vom ZDF recht schnell dementiert worden war. Vielmehr wollte man im "kommenden Jahr", also 2007, über eine Fortsetzung entscheiden. Es wurde wohl auch entschieden, doch ausführlichere Berichte oder Begründungen zur Einstellung der Produktion sucht man bis heute vergebens. Waren es nun wirklich die Quoten, oder einfach eine gemeinsame Entscheidung von Sender, Produzent und Hauptdarsteller? Das ZDF bezeichnete das Auslaufen der Serie lediglich als "planmäßig".

"Siska" startete im Herbst 1998 mit seinem ersten Hauptdarsteller Peter Kremer als Nachfolgeformat von "Derrick", der es in seiner Karriere auf satte 281 Folgen brachte. Von "Der Kommissar" gab es bis 1976 immerhin 97 Episoden. Bei "Siska" ist nun nach der 91. Folge mit dem Titel "Die Wahrheit" Schluss. Sie wird am 4. Juli ausgestrahlt. Die neue, letzte Staffel mit fünf Folgen beginnt am 6. Juni.


 
 

03.02.2007 - FOCUS
Tappert schaut kein „Derrick“ mehr

„Derrick“-Schauspieler Horst Tappert verlässt sein Haus nicht mehr und schaut sich auch keine Wiederholungen der Krimireihe mehr an. Er gebe auch keine Autogramme mehr. „Das tut mir sehr leid für die Fans, aber ich habe keine Lust mehr“, zitiert ihn die „Bild“-Zeitung am Samstag. Der 83-Jährige leidet an Diabetes und wird zweimal täglich vom Pflegedienst betreut. Seine Krankheit führt er auf seine Ernährung zurück: „Ich habe immer sehr gut gegessen, zu mächtig vielleicht, viele Torten." Vollbart statt Toupet. Rückhalt findet der Schauspieler, der kein Toupet mehr, dafür aber einen Vollbart trägt, bei seiner 78-jährigen Ehefrau Ursula. „Wir halten eng zusammen – wir stützen uns gegenseitig“, sagt er. Er habe inzwischen sein Testament und eine Patientenverfügung diktiert, damit sein Leben nicht künstlich verlängert werde. Tappert spielte von 1974 bis 1998 in 281 Folgen den Oberinspektor Stephan Derrick. Er lebt heute zurückgezogen in einem Haus in der Nähe von München.

16.01.2007 - FOCUS
Tappert macht Patientenverfügung

Der Diabetes-kranke Schauspieler möchte nicht, dass sein Leben künstlich verlängert wird. Auch sein Testament hat er bereits gemacht. Der 83 Jahre alte Horst Tappert sagte der Zeitschrift „Neue Post“: „Ich habe eine Patientenverfügung gemacht. Ich will nicht, dass mein Leben künstlich verlängert wird. Für mich ist es eine schreckliche Vorstellung, nicht mehr über mich selbst verfügen zu können, weil mein Leben an Maschinen hängt.“ Auch sein Testament hat Horst Tappert bereits gemacht. „Alles ist geregelt. Meine Frau Ursula und meine Kinder werden darin berücksichtigt“, sagte er der Zeitschrift.Zweimal am Tag kommt ein Pfleger ins Haus von Horst Tappert. „Ich leide an starken Wasseransammlungen in den Beinen. Sie müssen massiert und mit Spezialsalbe eingecremt werden. Zusätzlich hilft mir der Pfleger beim Duschen und misst auch meine Blutzuckerwerte. Das habe ich früher selbst gemacht. Aber heute bin ich froh, dass mir das abgenommen wird.“




 
 

16.08.2006 - BAYERISCHER RUNDFUNK ONLINE
Um Himmels Willen: Fritz Wepper ist schon 65

Er spielte an der Seite von Liza Minnelli und war auf dem Sprung zum
Hollywoodstar. Nach seiner bekanntesten Rolle, die er 30 Jahre lang verkörperte, ist ein angesagter Münchner Technoclub benannt. Sein Gesicht kennt man in weit über 100 Ländern. In Italien sagen die Fans bis heute Hallo zu ihm - in Japan eher "Hally". Wir wünschen Fritz Wepper alles Gute zum 65. Geburtstag!


Das mit dem Wagen lassen wir erst mal weg: Den hat er schon seit acht Jahren nicht mehr geholt, und der legendäre Satz ist ohnehin eine freie Interpretation von Harry Kleins Namensvetter Harald Schmidt. Viel wichtiger: Seit einem halben Jahrhundert ist Fritz Wepper in den verschiedensten Rollen auf Leinwand und Bildschirm und im Rundfunk präsent: Als Hitlerjunge und jüdischer Millionär, Pauker und St. Paulianer, Kriminalassistent und Bürgermeister. Von Rente ist nicht die Rede: Bis Ende 2007 ist Fritz Wepper ausgebucht. Wer weniger Wepper will, wird ihn von Kamera und Bühne wegziehen müssen.

Karrierestart mit "Pfützen in den Händen"

Die Bühne fasziniert den geborenen Münchner und seinen kleinen Bruder Elmar von Anfang an: Der Vater ist seit 1944 vermisst, die Mutter tröstet sich und die Buben so oft es geht mit Kasperle-Spielen und Theaterkarten. Als Neunjähriger wirkt Fritz Wepper in Kindersendungen des Bayerischen Rundfunks mit, zwei Jahre später spielt er im Staatstheater. Als er zum ersten Mal vor einer Kamera stand, habe er keine feuchten Hände gehabt, sondern "Pfützen in den Händen", so Wepper heute. "Damals war noch alles live und schwarz-weiß, wenn ich mich versprochen hätte, hätte man sofort eine Bildstörung einblenden müssen." Von seiner ersten Gage leistet er sich einen Fernseher - auch schwarz-weiß.

Großer Star und Harry Klein

Der Erfolg kommt früh: Mit Bernhard Wickis Antikriegsfilm "Die Brücke"
(1959) und "Kennwort ... Reiher" (1964) hat Wepper zwei vielfach prämierte Klassiker in seiner Filmografie. Dennoch entscheidet sich Wepper, 30 Jahre lang Assistent zu bleiben: Erst ermittelt er an der Seite von "Kommissar" Erik Ode, später mit dessen Nachfolger Horst Tappert alias Derrick. Der Spagat zwischen "Festanstellung" beim Fernsehen und Leinwandkarriere funktioniert nicht immer reibungslos: Die Rolle des Fritz Wendel im oscarprämierten "Cabaret" bringt ihm Angebote aus Hollywood und vom Broadway ein. Wepper aber - da ist der Vertrag knallhart - muss weiter den Harry machen ...

Glatt geht sein Wechsel von Kommissar Keller zu Oberinspektor Derrick. In der letzten Folge des "Kommissars" wird das en passant eingefädelt: Harry Klein (Fritz Wepper) geht, Georg Klein (Elmar Wepper) kommt. Falls Fritz in seinen 30 Jahren als "zweite Geige" gelitten haben sollte - Misstöne gab es nie. Im Übrigen machte die Rolle des Harry Klein ihn zum Star der zweiten Reihe auch in China und Kuwait. Wobei hier doch noch mal der Wagen als rollender Dritter ins Bild kommt: Für den bayerischen Hersteller ist die Serie eine fantastische Werbung - auch wenn Spötter meinen, der Wagentyp hätte seinen Spitznamen "BMW Derrick" seiner "tränensackartigen" Frontpartie zu verdanken. Ironie der Polizeigeschichte: Weppers eigenes Fahrzeug anderen Fabrikats wurde vor wenigen Jahren Opfer einer internationalen Diebesbande. Ob Derrick deshalb zu Europol wechselte?

Vom Rebell zum Bürgermeister

Auch nach dem Aus für Klein bleibt Wepper Stammgast auf der Mattscheibe: Im "Kanal Fatal" des BR behandelt er zusammen mit Bruder Elmar lange vor Bully Herbig das Thema "Bayern im Weltall". Mit Elmar steht er auch für "Zwei Brüder" vor der Kamera und tauscht mit ihm - ebenfalls vor der Kamera! - immer mal wieder Gspusi Uschi Glas. Seine Rollen freilich werden "etablierter": Der frühere "junge Rebell" und Langzeit-Kriminalassistent ist jetzt mal strenger Staatsanwalt, mal grantiger Bürgermeister. Als solcher läuft er als Intimfeind der rührigen Nonne Jutta Speidel zu neuer Hochform und großer Popularität auf.

Erste Ehefrau, zweite Hüfte, unzählige Engagements

Überwunden ist inzwischen auch eine Ehekrise und eine schwierige Hüftoperation. Im Dezember dreht er für die ARD seinen fünften 90-Minüter, und auch mit 66 Jahren wird er weiter ausgebucht sein. "Mit dem Alter macht mir die Arbeit immer mehr Spaß, und wenn ich dazwischen immer ein paar freie Tage zum Golfen, Jagen oder für meine Frau Angela habe, reicht mir das auch, um Energie zu sammeln."


 
 

01.05.2004 - DEUTSCHE WELLE
TV-Kult im Comic-Format

24 Jahre lang kämpfte Inspektor Stephan Derrick im Fernsehen gegen das Verbrechen in München. Jetzt ermittelt er im Kino - als Comicfigur. Tappert, Trenchcoat und Tränensäcke sind wieder im Einsatz.

Vor sechs Jahren verabschiedete sich Oberinspektor Stephan Derrick vom deutschen Fernsehzuschauer. Nach 281 Folgen bei der Münchner Kriminalpolizei wollte er sich neuen Aufgaben widmen und auch mal seinem ewigen Assistenten Harry Klein eine Karrierechance geben. Aber nun kehrt das Ermittlerduo zurück, diesmal sogar auf die große Leinwand. Ab 1. April 2004 läuft der Zeichentrickfilm "Derrick - die Pflicht ruft!" in den deutschen Kinos. Und die Produzenten sind zuversichtlich, dass auch bald die Zuschauer im Ausland über die alten Dialoge lachen - schließlich ist bereits die ZDF-Fernsehserie ein weltweiter Exportschlager.

Erfolg der Tugend

In 102 Länder wurde die Serie "Derrick" verkauft. Ob in China, auf den Fidschi-Inseln oder in Kenia, jeder kennt den pflichtbewußten deutschen Inspektor mit dem Trenchcoat und den Tränensäcken sowie seinen Assistenten, der sowieso nichts zu sagen hat. Derrick ist Kult! Aber warum? Viel Abwechslung bieten die einzelnen Folgen nicht. "Ein Mord geschieht, wir fahren durch die Stadt und erscheinen am Tatort. Derrick denkt angestrengt nach und Harry gibt ab und zu einen Kommentar ab", so beschreibt Harry-Darsteller Fritz Wepper das immer gleiche Handlungsmuster.

Doch genau das macht den internationalen Erfolg des Münchner Polizisten-Duos aus. Denn "Derrick" verspricht eine bessere Welt: Stets ermittelte er mit Bedacht und Köpfchen, wohl erzogen und gut gekleidet. Dank seiner bestechenden Logik konnte der Oberinspektor nahezu alle Mordfälle lösen. Ein beruhigender Anblick für die Zuschauer aus den Metropolen der Welt angesichts der Kriminalität vor ihrer eigenen Haustür.

Action auf die alten Tage

Auf große Knalleffekte wurde also meist verzichtet. Die liefert nun der Comic-Film unter der Regie von Zeichentrick-Spezialist Michael Schaack, der auch die Kinoerfolge "Werner" und "Das kleine Arschloch" inszenierte. Den Produzenten erschien das Konzept der Serie doch ein wenig dürftig für einen Kinofilm. Jetzt gehen Häuser in die Luft, während Stephan und Harry als gezeichnete Figuren spektakuläre Stunts, Verfolgungsjagden und Fallschirmsprünge erleben dürfen.

In "Derrick - die Pflicht ruft" lernt der Oberinspektor auf seine alten Tage auch ein ganz neues Milieu kennen. Fernab der Münchner Vorstadtvillen muss er in der schillernden Welt des deutschen Showgeschäfts ermitteln. Dabei war Derrick schon auf dem Weg nach Lappland, um den dortigen Kollegen bei der Verbrechersuche unter die Arme greifen. Dann geschieht in München aber ein schrecklicher Mord und der gewissenhafte Polizist eilt schnellstens an seinen Arbeitsplatz zurück: Die Favoriten des Vorentscheids zum "Eurovision Song Contest" wurden umgebracht. Und alle weiteren Kandidaten stehen unter Verdacht. Dubios erscheint vor allem der abgehalfterte Schlagerstar Arno Hello.

Kritik und Vorfreude

Dem bösen Buben Arno leiht der singende "König von Mallorca" Jürgen Drews seine Synchronstimme. Und die Dialoge zwischen Stephan Derrick und Harry Klein sprechen natürlich Horst Tappert und Fritz Wepper, die auch gemeinsam in der Fernsehserie ermittelten. Sie äußerten sich begeistert über den Film, auch wenn ihre Figuren im Comic übers Maß parodiert werden.

Im Gegensatz dazu erntete die Handlung vorab zum Teil vernichtende Kritik. "Die Parodie ist eine gute Idee, vor allem die Figur Derrick ist gelungen, aber die Geschichte ist doch sehr an den Haaren herbeigezogen", meint auch Patrick Heisch vom deutschen Derrick-Fanclub. Trotzdem wird wohl kaum ein Fan auf das Wiedersehen mit ihrem Oberinspektor verzichten.

Die Produzenten wollen nun die Resonanz in Deutschland abwarten, bevor sie "Derrick - die Pflicht ruft!" auch dem Ausland anbieten. Um den Erfolg zu sichern, wird rund um den Film viel geboten: Sammlerstücke wie Derrick-Wackelpuppen und Derrick-Kaffeebecher sollen den Kultstatus erhöhen. Nur vor einer Sache haben die Macher noch Respekt - vor der Fernsehserie. Der Film soll deshalb kein Startschuss zu einer Comic-Serie sein, sondern eine einmalige Rückkehr des Inspektors Derrick. Denn wie sagte der doch so schön: "Jeder Mord ist das Ende einer Geschichte. Er schließt ein Kapitel ab."

Annika Schipke


 
 

27.05.2003 - DEUTSCHE WELLE
"Harry, hol' schon mal den Wagen"

"Mein Name ist Derrick. Ich leite die Ermittlungen." Mit diesen Sätzen zog Horst Tappert alias Stephan Derrick Millionen Zuschauer weltweit vor die Fernseher. Am Montag (26.5.2003) wird der Schauspieler 80 Jahre alt.


Um ein Haar wäre aus Horst Tappert ein richtiger Kommissar geworden. Dass der Mann mit den typischen Tränensäcken unter den Augen mal Schauspieler werden sollte, war reiner Zufall. Als Sohn eines Beamten aus Wuppertal hätte er sich gut vorstellen können, auch Polizeibeamter zu werden. Zunächst stellte er sich jedoch 1945 als Buchhalter bei einem Theater in Stendal vor. Dort erkannte man sofort sein schauspielerisches Talent. Kurz darauf spielte er bereits im Stück "Die Flitterwochen" mit. Später nahm er Schauspielunterricht und arbeitete 1956 bei den Münchner Kammerspielen. Ende der 1950er Jahre begann dann seine Film- und Fernsehkarriere. Unter anderem spielte er in dem erfolgreichen Dreiteiler "Die Gentlemen bitten zur Kasse". Bis heute identifiziert man ihn jedoch mit seiner erfolgreichsten Rolle: als Stephan Derrick in der gleichnamigen Krimi-Serie des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF).

Eleganter Kommissar

In den insgesamt 281 Derrick-Folgen stellte Horst Tappert in seiner Filmrolle 278 Täter und hatte es mit 344 Opfer zu tun. Nur drei Mal misslang es Derrick, die Verbrecher zu fassen. Dafür schnappte der Filmkommissar zusätzlich zu den "normalen Tätern" noch vierzehn Wirtschaftskriminelle, zwölf Räuber und zehn Drogenhändler ganz nebenbei. Ort des Geschehens war immer München und Umgebung.

Kommissar Derrick gilt als klassischer Gentleman unter den TV-Polizisten. Ein stets elegant gekleideter Serienkommissar, der nur selten und höchst ungern zur Dienstwaffe griff. Ein sauberer Typ eben, ohne Ecken und Kanten. Ein Mann ohne Ehefrau, der gerade mal in vier Folgen Interesse am anderen Geschlecht zeigte. Um so treuer stand ihm jedoch sein Begleiter Inspektor Harry Klein, gespielt von Fritz Wepper, zur Seite. Dessen Rolle war allerdings sehr viel bescheidener und beschränkte sich zuweilen auf geistreiche Sätze wie "Stephan, es ist die Tatwaffe" oder "Sie sind vorläufig festgenommen. Ab!". Berühmt geworden ist die Serienfigur auch durch den Spruch "Harry, hol' schon mal den Wagen!". Ein Satz, der in der Serie übrigens nie so gesagt wurde.

Weltweiter Exportschlager

"Die alten Werte werden in meinen Krimis belebt", sagte einmal der Drehbuchautor von Derrick, Herbert Reinecker, über seine Arbeit. Und die Moral ist immer dieselbe: Der Täter bekommt seine gerechte Strafe und der Zuschauer seine moralische Erziehung. Aber gerade mit diesem Anspruch hatte Hauptdarsteller Tappert zuweilen Schwierigkeiten. Er beschwerte sich öffentlich über die Moralpredigten, die er in der Serie zu halten hatte. Dabei machten gerade die den Erfolg der Serie im In- und Ausland aus. Derrick wurde zum Exportschlager des ZDF. In über 100 Länder wurde die Serie verkauft. In Europa, Zentral- und Südamerika, Australien, Japan, China, Indien und rund 30 afrikanischen Staaten ermittelte Derrick. In Frankreich und Holland entstanden sogar Fan-Clubs.

Symbolfigur des netten Deutschen

Die norwegisch-deutsche Willy-Brandt-Stiftung überreichte Horst Tappert den "Willy-Brandt-Preis 2002". Wolfgang Biermann, Geschäftsführer der Stiftung, begründet das mit der sympathischen Rolle des Derrick: "Nach dem Zweitem Weltkrieg gab es in Norwegen sehr viele Vorbehalte gegenüber den Deutschen. Horst Tappert als freundlicher, deutscher Fernseh-Kommissar hat dazu beigetragen, das Bild des Deutschen in Norwegen zu verbessern. Er ist zur Symbolfigur des netten Deutschen geworden."

Endlich zur Ruhe setzen

1998 flimmerte in Deutschland die letzte Derrick-Folge über den Bildschirm. Danach spielte Tappert noch in einigen Fernsehfilmen mit. Doch zu seinem 80. Geburtstag am Montag (26. Mai 2003) überlegt er mit der Schauspielerei ganz aufzuhören. Wenn ein Stoff aber gut und die Rolle schön sei, sei nicht ausgeschlossen, dass er noch einmal rückfällig werde, sagt Tappert. Solange gibt es für Fans ganz bestimmt noch die ein oder andere Wiederholung von Derrick.

Bianka Echtermeyer


 
 

26.05.2003 - FUNKJOURNAL
"Derrick in China"

Er spricht fließend Finnisch, Afrikaans und diverse Hindi-Dialekte. Kommissar »Derrick« ist ein filmischer Exportschlager, die Serie wird in 94 Länder verkauft und hat das Bild der Deutschen im Ausland geprägt.

Kommissar Derrick verdrängte den brutalen deutschen Soldaten aus dem Historienfilm. Der ehrlichen, großgewachsenen Münchner Kommissar, der seine Fälle gewaltfrei löst, ist korrekt angezogen und gescheitelt, er verhält sich kollegial, und wenn er in Wut gerät, dann nur über die Schlechtigkeit der Welt. »Harry Klein« und »Stephan Derrick« zählen zu den bekanntesten deutschen Namen. Und das seit 21 Jahren.

Passend zum 80. Geburtstag des Derrick-Darstellers Horst Tappert hat das zentrale chinesische Fernsehen eine neue Staffel ins Programm genommen.


 
 

21.02.2003 - ABENDBLATT
"Derrick: Keine Lust, Opa zu sein"

München - Als Oberinspektor "Derrick" war Horst Tappert einer der größten deutschen TV-Stars. Privat hat er sich mit seiner Frau Ursula (76) völlig zurückgezogen - auch von seiner Familie. Er sei alles andere als ein Bilderbuch-Opa. Zu seinen beiden Enkeln habe er kaum Kontakt, gestand er jetzt der "Neuen Revue". "Ich bin nicht diesem Klischee verfallen, ein Großvater müsste sich kümmern." Er könne ja nichts dafür, dass die Enkel sein Fleisch und Blut seien. Auf die Frage, ob sie seinen 80. Geburtstag mit ihm feiern würden, antwortete Tappert: "Nein, ich hoffe nicht."

80 zu werden (am 26. Mai) hat für Tappert "schon eine magische Bedeutung". Er sagte: "Man spürt so die Grenzen seines Lebens." Im Rückblick bereue er eigentlich nichts, "es war alles richtig". Der TV-Star leidet aber unter dem Tod seines Sohnes: "Das kann man gar nicht verkraften." Für sich selbst hoffe er "von ganzem Herzen, dass ich vor meiner Frau gehe. Ich kann mir nicht vorstellen, ohne sie zu sein. Nur bei dem Gedanken, sie könnte vor mir sterben, werde ich wahnsinnig."

Tappert glaubt nicht, dass es nach dem Tod weitergeht: "Mir ist völlig wurscht, wo ich begraben werde." Aber er denke darüber nach, ob er eine Feuer- oder Erdbestattung möchte. "Ich finde die Vorstellung nicht schön, vor einem Grab zu stehen und sich vorzustellen, wie der Mensch jetzt aussieht, den man mal geliebt hat."



 
 

31.07.1998 -HÖRZU (Seite 12)
"Ach du lieber Harry"

Ein Fall noch, dann ist Schluß für das dienstälteste Kripo-Duo im deutschen Fernsehen. Wenn die letzte "Derrick"-Folge am 16. Oktober gelaufen ist, die Abschieds-Gala tags darauf überstanden ist, hat das ZDF seinen Kultfiguren "Stefan" und "Harry" erst mal nichts mehr zu bieten.

Was immer an Anschluß-Plänen gehandelt wurde: konkret ist noch gar nichts. Horst Tappert, 75, sollte im November in Thailand das TV-Movie "Flucht aus der Hölle" drehen. Aber derzeit stehen weder Finanzierung, Regie noch Besetzung. Auch Fritz Wepper, mit 56 zu jung für den Ruhestand, wartet bisher vergeblich auf neue Aufträge. Klar ist nur, daß die Reihe "Zwei Brüder" mit Bruder Elmar weiter läuft. ZDF-Fernsehspielchef Hans Janke: "Autor Felix Huby muß auf die Tube drücken, damit Fritz mehr zu spielen kriegt."

Eine "Derrick"-Fortsetzung, zugeschnitten auf "Harry Klein", ist nicht geplant. Ein Exposé, das Wepper dem ZDF einreichte - Harry macht als Privatdetektiv in Bürogemeinschaft mit zwei schrillen Nachbarn weiter -, schmort in der Schublade. Janke, vorsichtig: "Ich möchte Herrn Wepper fair behandeln, aber wir haben im Moment eher zu viele Krimiformate als zu wenige." Als Witzfigur bleibt "Harry" dennoch begehrt: In der ARD-Klamotte "Die blaue Kanone" stand Wepper gerade als vertrottelter Cop vor der Kamera. Name: Harry Gross.


 
 

14.12.1995 - BERLINER KURIER
"Derrick macht die Holländer schwach: Fans spielen seine kniffligsten Fälle nach"

AMSTERDAM - Ein lebensgroßer Papp-Derrick wacht über das Wohnzimmer, im Schrank stapeln sich Videos mit 250 Folgen der deutschen Krimisene. Für Frans van Nijnatten (33) aus Amsterdam ist der Münchner Oberinspektor eine Kultfigur. Mit 80 Gleichgesinnten gründete er den Fanclub "Dem Mörder keine Chance". "Derrick" ist in Holland die beliebteste ausländische TV-Serie. Manches "Meisje" wird beim Anblick von Hauptdarsteller Horst Tapperts Tränensäcken schwach. Sein gelassenes Auftreten macht den Mann von der Mordkommission zur anziehenden Vaterfigur. Alle vier Monate veröffentlicht der Fanclub die Zeitschrift "Mord inclusive" . Der aktuellen Ausgabe steuerte Derrick-Autor Herbert Remecker einen Artikel bei. Titel: "Laßt uns moralisch mit Derrick bewaffnen"'. Und einmal im Jahr treffen sich die Krimi-Freunde zum Erfahrungsaustausch. Dann spielen sie Szenen aus seinen kniffligsten Fällen nach. Der meistzitierte Satz: "Sie sind verhaftet !" Der führende Derrick-Experte ist Pim van Malssen (15): Er kann alle Folgen an kurzen Ausschnitten erkennen, die Titel nennen. Doch eine Sorge quält den Club: Wie wird die Serie enden? Frans: "Erschießen, wie damals beim ,Alten', wäre sehr schlimm. Vielleicht sollte man Derrick einfach weggehen sehen, auf einer langen Straße..."